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Arnsberg. Mut, Ausdauer, Erfindungsgeist und unbedingter Erfolgswille haben das deutschlandweit einmalige Tiefengeothermie-Projekt Arnsberg zum Erfolg geführt.
Seit dem 4. Februar 2012 fließt heißes Wasser aus einer Tiefe von über 2.800 Metern mit einer Temperatur von über 55 Grad Celsius in das Erlebnis-, Sport- und Solebad "NASS" mit seiner Saunalandschaft und seinem Fitnessclub. Ein aufgrund der technischen Aufgabenstellung dornenreicher Weg hat sein Ziel erreicht.
Nach mehrjährigen Forschungs-, Entwicklungs- und Umsetzungsarbeiten - auch mit technischen Turbulenzen - ging es zum guten Schluss um die Entwicklung eines völlig neuen Fördersystems für die tiefste Erdwärmesondenbohrung Deutschlands in der Stadt Arnsberg. Unter der Federführung der mit der Bohrung und deren technischem Ausbau beauftragten Firma Daldrup & Söhne AG aus Ascheberg (Westfalen) wurde am 31. Januar 2012 der Einbau des neu entwickelten sogenannten Kompositrohres erfolgreich abgeschlossen.
Das von der Daldrup & Söhne AG in Zusammenarbeit mit dem im Sauerland ansässigen Unternehmen aquatherm GmbH aus Attendorn speziell für die Zwecke der tiefen Sonden-Geothermie entwickelte Förderrohrsystem hatte die festgelegte Einbautiefe von über 2.800 Metern problemlos erreicht. Die Berechnungen der Entwickler sowie vorangegangene, sorgfältige Simulationen, durchgeführt durch die Technische Universität Clausthal, hatten sich allesamt bestätigt.
Das Förderrohrsystem wurde aus zwei verschiedenen Werkstoffen hergestellt. Es besteht aus einem Stahlrohr (Außenrohr) und einem Polypropylenrohr (Innenrohr). Dadurch wurde gewährleistet, dass sowohl die komplexen statischen als auch die notwendigen energetischen Anforderungen erfüllt werden.
Es ist gelungen, im Zusammenspiel mit den erfahrenen und kompetenten Partnern für Tiefenbohrungen und Kunststoffrohre ein Förderrohr zur Realisierung der hocheffizienten Arnsberger Tiefenerdwärmesonde zu entwickeln. Die herausragende Eigenschaft des Förderrohres ist die Kombination aus Stabilität (Stahl) und Wärmedämmung (Polypropylen).
Diese Lösung mitten aus Westfalen - aus Ascheberg, Attendorn und Arnsberg - ist ein wichtiger Meilenstein für die Sonden-Geothermie insgesamt. Sie ist in jeder Hinsicht wegweisend. Von den Erkenntnissen, die während den vergangenen drei Jahren in Arnsberg gewonnen wurden, werden andere Geothermie-Projekte und damit die Energiewende profitieren.
Alle am Tiefengeothermie-Projekt Arnsberg Beteiligten sind überzeugt, dass mit dieser Lösung eine grundlastfähige und nachhaltige Energieversorgung über Jahrzehnte gewährleistet ist.
Das im Untergrund, in einer Tiefe von über 2.800 Metern, erhitzte Wasser wird zur Erwärmung von Raumluft, Becken- und Brauchwasser im Freizeit-,Sport- und Solebad "NASS" mit seiner Saunalandschaft und seinem Fitnessclub genutzt. Im Laufe der nächsten Monate wird die Haustechnik so optimiert sein, dass die zur Verfügung stehende – nicht von Wind oder Sonne abhängige - Energiemenge von mind. 2,1 Mio kWh/a im "NASS" verbraucht wird.
Die Stadtwerke Arnsberg verringern damit die lokale Klimabelastung jährlich um rund 800 Tonnen des gefährlichen CO 2. Mit der erzeugten Energiemenge könnten 140 Einfamilienhäuser beheizt werden.
Wichtig auch: Das Investitionsbudget wird eingehalten. Das Land NRW unterstützt dabei das Forschungsprojekt "Tiefengeothermie Arnsberg" mit 850.000,- €. In Abhängigkeit von den Energiepreisentwicklungen beträgt die Amortisationszeit ca. 15 Jahre. Die danach anfallenden Gewinne fließen dem städtischen Haushalt zu. Darüber hinaus sind die Stadtwerke Arnsberg zukünftig an den Verkaufserlösen aus dem Vertrieb der neu entwickelten Tiefenerdwärmesonde (oder auch sogenanntes Kompositrohr oder - fördersystem) für andere Geother-mievorhaben beteiligt.
Durch die Nutzung dieser Arnsberger Energiequelle: "Tiefe Erdwärme" verbleibt die Wertschöpfung (Investition, Steuern, Arbeitsplätze) in der Stadt und Region Arnsberg. Das "NASS" bezieht mit dieser Energie aus der Tiefe der Erde einen erheblichen Teil seines Wärmeenergiebedarfes aus einer klimafreundlichen, regenerativen Energiequelle und leistet damit als energieintensive öffentliche Sport-, Freizeit- und Wellnesseinrichtung einen aktiven Beitrag zum neuen "grünen" nachhaltigen Lebensstil, der Rücksicht auf die Umwelt und die nächsten Generationen nimmt.
Der Einsatz dieser Technik wird darüber hinaus durch die zukünftige Weiterentwicklung der Haustechnik und deren Wirkungsgrad zu echten Energieeinsparungen führen.
Für die Stadtwerke Arnsberg ist das Tiefengeothermie-Projekt am und für das "NASS" ein weiterer Baustein in der strategischen Ausrichtung einer Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen und damit ein Beitrag zur Energiewende in der Stadt Arnsberg. Und nicht zuletzt gewinnt die Stadt Arnsberg weiteres Profil als Energiestadt. Nach einem Erfahrungszeitraum von einigen Wochen werden die am Projekt Beteiligten im Rahmen einer überregionalen Pressekonferenz – voraussichtlich im Mai 2012 – weitere Details zu diesem Projekt vor Ort vorstellen. Wie gesagt: Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

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