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Wertvolle Folianten der Historische Bibliothek des Gymnasium Laurentianum für die Zukunft gesichert

Großzügige Spende ermöglichte Restaurierung

Arnsberg. Der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Laurentianum, Jürgen Kaiser, hält wieder glücklich vier restaurierte Folianten der Historischen Gymnasialbibliothek in den Händen. Dr. Luitwin Mallmann, früher Mitglied des Arnsberger Stadtrates und heute in Düsseldorf tätig, hat es möglich gemacht. Er war von der bis 2005 im Keller des Laurentianums untergebrachten Bibliothek begeistert. Entscheidend hatte er bereits dazu beigetragen, die wertvollen Bände in der alten Wedinghauser Klosterbibliothek von 1694 wieder einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Zu seinem 50. Geburtstag bat er jetzt um Spenden für notwendige Buchrestaurierungen. So konnten die vier besonders wertvollen und restaurierungsbedürftigen Werke für rd. 4.000,- Euro von einem Buchrestaurator in Münster fachgerecht wiederhergestellt werden. Das älteste Buch wurde 1515 in Lyon gedruckt und stammt aus dem säkularisierten Zisterzienserkloster Groß-Burlo (Kreis Borken). Es beinhaltet die Werke des Hl. Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153). Ein zweiter Band, dessen Buchdeckel abgerissen waren, gehörte einst dem hochgebildeten Kölner Domkapitular Dr. Franz Karl Josef von Hillesheim (1731-1803), der 1794 mit den Kölner Domschätzen nach Arnsberg geflohen war. Im Band finden sich mehrere Werke von Cicero (106-43 v. Chr.), die in Leiden 1519, 1556 und 1579 gedruckt wurden. Auch das erste gedruckte lateinische Wörterbuch des Ambrosius Calepinus (1436-1510) in einer in Paris 1519 gedruckten Ausgabe konnte restauriert werden. Aus dem Besitz des Arnsberger Regierungsarchivars Matthias Werner Hüser (1756-1834?) stammt ein lateinisch-deutsches Wörterbuch des Johannes Frisius (1505-64), 1541 in Zürich gedruckt. Als „der kleine Fries“ hat es über Jahrhunderte Gelehrte und Lateinschüler begleitet. Bei der Restaurierung dieses Buches wurden drei Pergamentblätter aus der Zeit um 1400 entdeckt. Das erste Blatt stammt aus einem Messbuch, die beiden anderen mit schwer entzifferbaren Handschriften müssen noch genauer bestimmt werden. Um die kulturellen und bibliophilen Schätze der Bibliothek zu erhalten und für die Zukunft zu sichern, müssen noch viele Bücher restauriert werden. Mit Spenden oder der Übernahme einer Buchpatenschaft kann jeder Interessierte dazu beitragen. Nähere Informationen erhalten Sie im Stadtarchiv (02932-2011241).

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