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Eine sprudelnde Quelle auf fahrbarem Untersatz

Arnsberg. Das Auto – als Fetisch des modernen Lebens erfährt es oftmals die Liebe und Zuneigung seines Besitzers. Den jungen Berliner Künstler Raul Walch fasziniert dieses Verhältnis von Mensch zu Maschine, speziell vor dem heutigen Hintergrund von Energiekrise und Umweltzerstörung wird das Auto nicht in Frage gestellt.
 
Nun steht wieder der Arnsberger Kunstsommer vor der Tür und Raul Walch bringt einen neuen künstlerischen Aspekt hinein mit seiner mobilen Autofontäne. Der Oldtimer wird mit dem Element Wasser verbunden und dadurch zu einem mobilen Brunnen verwandelt.  „Street Fountain“ nennt der Künstler diese Konstruktion, die geradezu grotesk aussieht. Das sportliche Automobile erhält ein terrassenförmiges Gebilde auf dem Dach, was an einen mit Koffern und Tüten bepackten Dachgepäckträger erinnert. Bestehend aus unzähligen Bassins, fungiert er als Auffangbecken für das Wasser der in sich zusammenstürzenden Fontäne. Hoch hinauf ragt sie und ist dabei völlig unberechenbar, denn sie wird durch einen Zufallsgenerator ausgelöst – stellvertretend für die Überraschungen, die die Kunst für das Leben bereithält.
 
Die Verknüpfung von Auto und Wasser scheint zunächst keinen Sinn zu ergeben. Wenn man einmal darüber nachdenkt, erkennt man, dass dem nicht so ist. „Die Kombination von Auto und Wasserspiel ist ungewöhnlich, aber nicht abwegig“, sagt Raul Walch zu seiner Arbeit. „Fontäne und Auto sind beide mit vielen Assoziationen behaftet und sehr deutungsfreundlich. Da treffen sich zwei Sachen, die nicht wirklich zusammengehören. Ich möchte zum Umdenken anregen: Das Auto als Bestandteil des öffentlichen Lebens umformen in etwas, das der Allgemeinheit dient wie die Fontäne.“
Überhaupt sei Wasser ein starkes und herausforderndes Medium, da es flüssig und in ständiger Bewegung ist, betont der Künstler. „Da gibt es eine gewisse Terminologie, die sich mit der der Autos deckt. So spricht man zum Beispiel von Verkehrsströmen.“
 
Hinter der Idee des mobilen Brunnens stand außerdem der Gedanke, dass die öffentliche Hand nicht mehr genug Geld hat, um Brunnenanlagen zu unterhalten. Könnte die fahrbare Variante, mit dem Auto als Sockel, die Lösung sein?
 
Am 21. August um 17 Uhr wird der „Street Fountain“ erstmals öffentlich vorgeführt.
 
„Street Fountain“ ist eine Kooperation zwischen dem Kunstverein Arnsberg, dem Kulturbüro der Stadt Arnsberg und der RWE Deutschland AG zum Kunstsommer.
 
Jeder ist herzlich eingeladen, dem Spektakel am Neumarkt beizuwohnen.

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