Düsseldorfer Ratsherr und Filmemacher Masoud Ghahremani
Düsseldorfer Ratsherr und Filmemacher Masoud Ghahremani (Foto: SPD Düsseldorf, David Block)

Die Ereignisse im Iran bewegen derzeit Menschen weit über die Grenzen der Region hinaus. Unter dem Titel „ Die Sehnsucht nach Freiheit: Film und Diskussion zur aktuellen Lage im Iran“ lädt die SPD Hochsauerlandkreis am 18. März zu einer Podiumsdiskussion in das Bürgerzentrum „Alte Synagoge“ in Meschede ein. Die Veranstaltung bringt Stimmen zusammen, die persönliche Erfahrungen, politische Perspektiven und kulturelle Ausdrucksformen verbinden.

Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Menschen mit iranischen Wurzeln, die heute in der Kommunalpolitik aktiv sind: die Mescheder Ratsfrau Farzaneh Daryani sowie der Düsseldorfer Ratsherr und Filmemacher Masoud Ghahremani.

Ein Filmemacher und Kommunalpolitiker mit iranischen Wurzeln

Masoud Ghahremani wurde im Iran geboren und lebt seit seinem zwölften Lebensjahr in Deutschland. Der heute 25-Jährige studierte Politikwissenschaften und verbindet politisches Engagement mit künstlerischer Arbeit. Als Ratsherr der SPD Düsseldorf setzt er sich kommunalpolitisch für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe ein.

Parallel dazu nutzt er den Film als Medium, um gesellschaftliche Themen sichtbar zu machen. In seinen Projekten geht es immer wieder darum, Menschen eine Stimme zu geben, die sonst selten gehört werden.

Sein Kurzfilm „Baran – Der letzte Regen“, der den Abend eröffnen wird, erzählt die Geschichte einer jungen Iranerin namens Baran. Während der landesweiten Proteste im Jahr 2022 ringt sie mit der Entscheidung, ob sie sich den Demonstrationen anschließen und für ihre Rechte eintreten soll. Der Film entstand ohne staatliche Förderung und wurde in Duisburg und Düsseldorf gedreht.

Heute arbeitet Ghahremani neben seiner politischen Tätigkeit an seinem Masterstudium im Bereich Politikmanagement an der NRW School of Governance.

Farzaneh Daryari, Ratsfrau SPD Meschede
Farzaneh Daryari, Ratsfrau SPD Meschede

Farzaneh Daryari ist mit 27 Jahren nach Deutschland gekommen, nach dem ihr vom islamischen Regime die Fortsetzung ihres Erziehungswissenschaftsstudiums verwehrt wurde. Seit 42 Jahren lebt sie in Deutschland. Bereits in den 80er Jahren wurden tausende politische Gefangene im Iran hingerichtet, 2016 wurden die Proteste gegen Wahlbetrug brutal niedergeschlagen. „Spätestens seit der ‚Frau, Leben, Freiheit‘ – Bewegung und dem Mord an Jina Mahsa Amini wurde es zu meiner Pflicht jede Gelegenheit zu nutzen, um die Stimme des iranischen Volks im Ausland unter die Menschen zu bringen“, so Farzaneh Daryani. 

Szene aus "Baran – Der letzte Regen"
Szene aus „Baran – Der letzte Regen“

Ein Abend über Protest, Freiheit und Zukunft

Die aktuelle politische Lage im Iran verleiht der Veranstaltung zusätzliche Dringlichkeit. Nach Berichten über militärische Angriffe und die mutmaßliche Todesmeldung des obersten Führers Ali Chamenei hat sich die Situation im Land weiter verschärft. Luftangriffe haben zahlreiche zivile Opfer gefordert, Städte wie Teheran stehen unter massivem Beschuss, und viele Menschen versuchen, das Land zu verlassen.

Doch die Wurzeln der Krise reichen weiter zurück. Seit Ende 2025 kommt es im gesamten Iran zu Protesten, die aus einer tiefen wirtschaftlichen Krise entstanden sind. Inflation, der dramatische Wertverlust der Landeswährung und stark steigende Lebenshaltungskosten haben viele Menschen auf die Straßen getrieben. Aus sozialen Forderungen entwickelten sich zunehmend politische Rufe nach grundlegenden Veränderungen.

Die staatlichen Sicherheitskräfte reagierten mit harter Repression: Berichte über Massaker, Massenerschießungen sowie weitreichende Internet- und Kommunikationssperren erschweren unabhängige Berichterstattung und die Organisation weiterer Proteste.

„Die Sehnsucht nach Freiheit im Iran war für viele Menschen – auch für mich – lange nicht so spürbar wie heute. Krieg bedeutet immer Leid und Zerstörung, und er macht Frieden schwerer. Aber nach Jahren mutiger Proteste, die immer wieder brutal niedergeschlagen wurden, sehen viele Iranerinnen und Iraner darin tragischerweise ihre letzte Hoffnung, sich von diesem Regime zu befreien. Das zeigt vor allem, wie groß der Wunsch nach Freiheit und Würde im Land geworden ist.“, ordnet Masoud Ghahremani die Situation ein.

Stimmen aus der Diaspora

Nach der Filmvorführung berichten Masoud Ghahremani und Farzaneh Daryani über die aktuelle Lage im Iran und über mögliche Zukunftsperspektiven für das Land. Beide verbinden persönliche familiäre Bezüge mit politischer Erfahrung in Deutschland.

„Die Entwicklungen im Iran betreffen nicht nur die Region selbst, sondern werfen grundlegende Fragen zu Menschenrechten und internationaler Verantwortung auf“, betont Farzaneh Daryani. Viele Menschen im Iran forderten grundlegende Freiheitsrechte ein – Stimmen, die auch in Europa gehört werden müssten.

Austausch mit dem Publikum

Der Abend beginnt um 18 Uhr mit der Vorführung von „Baran – Der letzte Regen“. Anschließend folgt ein aktueller Lagebericht der beiden Gäste sowie eine Podiumsdiskussion mit offener Fragerunde für das Publikum.

Die Veranstaltung soll Raum für Information, Austausch und Solidarität schaffen – und daran erinnern, dass der Ruf nach Freiheit und Menschenrechten weit über nationale Grenzen hinaus gehört werden kann.

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