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Denkmal-Kalender 2010:

April-Blatt zeigt Umbau der ehemaligen kurfürstlichen Hof- und Landesapotheke zum Mu-sikalischen Bildungszentrum des Hochsauerlandkreises“ in Arnsberg

Arnsberg. Mit dem Umbau der ehemaligen kurfürstlichen Hof- und Landesapotheke, dem späteren Hotel zur Krone, zum „Musikalischen Bildungszentrum des Hochsauerlandkreises“ ist die Stadt Arnsberg im Kalender „Denkmal des Monats“ im Jahr 2010 vertreten. Der Kalender „Denkmal des Monats“ der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen liegt zum 10. Mal in einer limitierten Auflage vor und ist ab sofort erhältlich. Das umgebaute historische Gebäude wird auf dem April-Blatt des neuen Kalenders präsentiert.

Das heute wieder im neuen Glanze erscheinende verputzte Fachwerkhaus, wurde im Jahre 1746 errichtet. Doch auch vor 264 Jahren musste für die Errichtung der ersten kurfürstlichen Hof- und Landesapotheke im Herzogtum Westfalen Platz geschaffen werden. Denn das zuvor an dieser Stelle stehende so genannte „Böhmer´s Haus“ musste für das heute noch bestehende Gebäude weichen.


Der große Stadtbrand von 1799 verschonte auch das Gebäude der Apotheke nicht. Aber schon im darauf folgenden Jahr wurde es, um den heute noch vorhandenen inneren Kern, wieder aufgebaut. Erst jetzt wurde ein Laboratorium, die so genannte Offizin, die mit einem Kreuzgewölbe akzentuiert ist, eingerichtet. Noch heute erinnert das Kreuzgewölbe an die ursprüngliche Funktion des Raumes. Im Jahre 1851 wurde die kurfürstliche Hof- und Landesapotheke in das Gebäude Alter Markt Nr. 7 verlegt und der Bäcker und Bierbrauer Johann Gaudenz Höynck erwarb das Besitztum. Fortan diente die Offizin zum Brauen von Gerstensaft.

Ab ca. 1871 residierte in dem Gebäude das „Hotel zur Krone“. Inhaber war nun der Bäcker und Gastwirt Clemens Reiter. Die Fassade des Hauses wurde mit einem schlichten Quaderputz versehen und ab jetzt zierte die Nordfassade eine Kaiserkrone aus Stuck und die Inschrift „Hotel Restaurant“. Ab 1926 ist der heute noch vorhandene westliche Anbau errichtet worden und über einem Kohlekeller wurde eine Veranda an die Nordfassade angefügt. Die Familie Reiter führte das Hotel mit Gastwirtschaft bis 1989. Hiernach stand das im Jahre 1983 in die Denkmalliste der Stadt Arnsberg eingetragene Gebäude lange leer.

Das Gebäude „Hotel zur Krone“ ist nach wie vor ein wichtiges architektonisches, historisches und kulturelles Zeugnis für die Stadt und Region. Auch deshalb hat die Stadt Arnsberg das Denkmal im Jahre 2005 erworben und baute das Gebäude ab Dezember 2006 denkmalgerecht zum „Musikalischen Bildungszentrum des Hochsauerlandkreises“ um. Während der Umbauphase zerstörte ein Feuer, in der Nacht vom 16. zum 17. Januar 2008 das Gebäude erheblich, sodass die Musikschule erst im Juni 2009 einziehen konnte. Der Betrieb erfolgt seitdem über den Hochsauerlandkreis.

Die heutige äußere Gebäudegestaltung weist deutliche Spuren der Vergangenheit auf. Historie und Moderne sind auch das bestimmende Element der Innenraumgestaltung. Durch die modernen Einbauten werden die sichtbaren, historischen Spuren klar apostrophiert. Diese Entwurfsphilosophie lässt sich in allen Ebenen des geschichtsträchtigen Gebäudes wieder finden und konfrontiert den Nutzer und Besucher immer wieder mit der Historie des Gebäudes.

Der Übergang von der historischen Baustruktur zu den modernen Ein- und Anbauten zeigt eine deutliche Zäsur auf. Somit ist durch die Symbiose aus Historie und Moderne ein unverwechselbarer Baukörper im historischen Kontext entstanden, welcher nicht nur den Ort prägt, sondern auch für die Musikschule zu einer „Visitenkarte“ geworden ist. Auch das lange Zeit nur wenig beachtete Quartier zwischen Alter Markt und Jäger- sowie Königstraße, das topografisch von der Altstadtachse abgehängt ist, hat durch das musikalische Bildungszentrum und die vor wenigen Jahren eröffnete Kulturschmiede eine Renaissance erfahren. Die positive Strahlkraft hat eine nachhaltige Wirkung auf den zurzeit im Umbruch befindlichen historischen Altstadtkern. Mit dem Sauerlandmuseum, der Kulturschmiede, und der Musikschule ist auf engstem Raum inmitten des historischen Stadtkerns ein „kulturelles Dreieck“ entstanden, das der Altstadt neue Impulse geben kann.
Der Kalender kann ab sofort zum Preis von 11 Euro bei der Stadt Arnsberg – Untere Denkmalbehörde (Rathausplatz 1, Raum 18), im Stadtarchiv (ehemaliges Kloster Wedinghausen), im Bücher-Eck Engelbertz in Hüsten, in der Buchhandlung Houtermanns in Alt-Arnsberg und in der Mayersche Buchhandlung in Neheim, erworben werden.

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