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Greenpeace besucht Arnsberger Imker

k-DSC 8128In den letzten Jahren gab es ein globales großes Bienensterben. Weltweit berichten Imkerinnen und Imker seit den späten 1990er-Jahren von einem plötzlichen und unerklärlichen Rückgang ihrer Bienenpopulationen. Dieses Bienensterben hat verschiedene Gründe: Schwindende Lebensräume mit unzureichendem Futterangebot, Klimawandel, Parasiten, Krankheiten und die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrem hohen Einsatz von chemisch-synthetischen Giften. Zahlreiche Pestizide – zum Beispiel insektizide Nervengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide – sind wahre Bienenkiller. Deshalb haben Greenpeace-Aktivisten am Samstag in fünfzig deutschen Städten bei den drei großen Baumarktketten Obi, Praktiker und toom gegen den Verkauf von Insektenvernichtungsmitteln protestiert.

Greenpeace Arnsberg hat diese Aktion zum Anlass genommen um sich bei dem Arnsberger Imker Klaus Lindner über Bienen, Honigherstellung und Gefahren für das Bienenvolk zu informieren. In einem sehr interessanten Vortrag zeigte der Hobby-Bienenzüchter den Greenpeace-Mitgliedern die Herstellung von Honig und weiteren Produkten der Biene. Er sprach auch über die Gefahren für Bienenvölker. Neben den immer vorhanden Feinden sterben viele der Bienen an Insektizide. Todesursache von Bienen sind nach Aussagen von Herrn Lindner neben Insektenvernichtungsmittel, die der Hobbygärtner verwendet, vor allem der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft. Ein Hauptproblem ist der behandelte Mais. Herr Lindner berichtete darüber, dass ein befreundeter Imker letztes Jahr in der Nähe von Bachum 6 Bienenvölker durch die behandelten Mais verloren hat. Die Chemikalien gelangen aber nicht in den Honig, denn die Bienen schaffen es nicht mehr zurück zu ihrem Bienenstock.

Im Mai 2013 hat die EU-Kommission die drei schlimmsten Neonicotinoide in allen 27 Mitgliedstaaten teilweise verboten – allerdings nur vorübergehend. In den kommenden zwei Jahren dürfen die Stoffe Thiamethoxam des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta sowie Imidacloprid und Clothianidin von Bayer nicht mehr z.B. zum Beizen von Raps-, Mais- oder Sonnenblumen-Saatgut verwendet werden.

Bienen sind der Schlüssel für die weltweite Nahrungsmittelproduktion. Ein Drittel unserer Lebensmittel – darunter wichtige Gemüse, Früchte, Nüsse, und Gewürze – ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Dazu gehören neben der Biene unter anderem auch Hummeln, Käfer, Schmetterlinge und Fliegen. Von den 100 Nahrungspflanzen, die für 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion sorgen, werden 71 von Bienen bestäubt. Allein in Europa hängen so mehr als 4.000 Gemüsesorten von Bienen ab.

Hier http://youtu.be/lDMItbGqkdE können Sie einen Teil des Vortrages von Herrn Lindner sehen (bald fertig geschnitten). Außerdem gibt es ein paar Fotos.

Wer etwas für die Bienen tun möchte, findet hier Informationen.

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