
Neheim. Die Beauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte des Landes Nordrhein-Westfalen, Petra Ladenburger, hat zum Ende der Sommerferien das ‚Queer-Café Arnsberg‘ besucht. Im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour – die erstmals stattfand – nutzte sie die Gelegenheit, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, die im gesellschaftlichen Alltag oft weniger Beachtung finden.
Das ‚Queer-Café‘ ist ein Angebot des Familienbüros der Stadt Arnsberg und gibt queeren Jugendlichen seit mittlerweile dreieinhalb Jahren einen festen Treffpunkt, an dem sie sich regelmäßig austauschen und gemeinsam Zeit verbringen können. Offen ist das Angebot für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich als lesbisch, schwul, bi, trans* und/oder intergeschlechtlich identifizieren oder sich ihrer Orientierung und Identität noch nicht sicher sind.
Petra Ladenburger wollte von den Teilnehmenden vor allem wissen, wie es sich als queerer junger Mensch im ländlichen Raum aufwächst: Welche Herausforderungen bringt das Queersein mit sich? Welche Unterstützungsangebote gibt es – und was fehlt? Die Jugendlichen berichteten unter anderem von Mobbing in der Schule, von Mangel und langen Wartezeiten bei Therapieplätzen sowie von einem wahrgenommenen fehlenden Wissen zu geschlechtlicher Vielfalt bei Medizinerinnen und Medizinern.
Gleichzeitig betonten die Jugendlichen die Bedeutung von Angeboten wie dem Queer-Café, weil sie die Möglichkeit bieten, andere junge Menschen mit ähnlichen Herausforderungen und Lebensrealitäten kennenzulernen. Petra Ladenburger zog nach dem Besuch ein positives Fazit: ‚Das Queer-Café ist ein wichtiges Angebot für Kinder und Jugendliche. Es schafft einen sicheren Raum, in dem sie sich miteinander austauschen können. Insbesondere in Regionen mit einer kleineren LSBTIQ* Community sind solche offenen Angebote von unschätzbarem Wert. Daher freut es mich auch besonders, dass der erste CSD in der Geschichte der Stadt Arnsberg stattfinden konnte. Aus dem Gespräch mit den Teilnehmenden nehme ich wichtige Impulse für meine Arbeit mit.‘
Knapp zwei Stunden nahm sich die Landesbeauftragte Zeit für die Jugendlichen. Tina Roth vom Familienbüro der Stadt Arnsberg freut sich über den Besuch: ‚Wir freuen uns, dass unser Angebot Queer-Café vom Team der Beauftragten für einen Besuch ausgewählt wurde. Bei unserem Start im Februar 2022 war es das erste Angebot dieser Art im gesamten HSK. Es ist schön zu merken, dass unsere Arbeit wahrgenommen wird und gleichzeitig queeres Leben im ländlichen Raum sichtbar macht.‘
Das Queer-Café findet zweimal im Monat freitags statt. Interessierte Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von etwa 14 bis 27 Jahren sind herzlich willkommen in der ‚Haltestelle‘ des Familienbüros Arnsberg, Goethestraße 16–18, in Arnsberg-Neheim.




