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Seligsprechungsverfahren Franz Stock wird am 14. November eröffnet

Franz StockMit großer Freude kann das Franz-Stock-Komitee mitteilen, dass der Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker, mit Zustimmung der Kongregation für die Heiligsprechung ein kirchenrechtliches Verfahren für die eventuelle Seligsprechung des Dieners Gottes Franz Stock durchführt.

Anlässlich des Beginns des Seligsprechungs-Verfahrens feiert Erzbischof Hans-Josef Becker am

Samstag, 14. November 2009, 17.30 Uhr,
in der Pfarrkirche St. Johannes Bapt. Neheim

ein Pontifikalamt. Im Anschluss wird das Verfahren mit der Vereidigung der Mitglieder der Untersuchungskommission eröffnet.

Das Komitee hofft auf eine breite Unterstützung des Seligsprechungsverfahren durch die Teilnahme vieler Menschen am Eröffnungsgottesdienst. Die Eröffnung des Verfahrens ist eine eher schlichte Zermonie. Ein Fest wird erst zum Abschluß des Verfahrens gefeiert. Dennoch ist es von der inhaltlichen Bedeutung eine für die Stadt und die Region erstmalige und eventuell einmalige Feier.

Seit Jahrzehnten wird der Wunsch zur Seligsprechung von Franz Stock vorgetragen. Nachdem Erzbischof Becker die Zuständigkeit mit dem Einverständnis der französischen Bischöfe übernommen hat und das „nihil obstat“ – die Zustimmung der verantwortlichen Kongregation im Vatikan — vorliegt, ist nun eine Tür auf dem Weg zur Seligsprechung weit geöffnet. Mehr aber auch noch nicht. Eine große Arbeit liegt noch vor den Kommissionen und dem Komitee. Unverkennbar ist aber ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Franz Stock

Franz Stock wurde 1904 in Neheim im Sauerland geboren und 1932 in Paderborn zum Priester geweiht. 1934 übernahm er die Leitung der deutschsprachigen Gemeinde in Paris. Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges und der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen war Stock in Paris als Standortpfarrer und insbesondere als Gefängnisseelsorger tätig. Als solcher hat er Gefangenen und ihren Familien unter Einsatz seines Lebens vielfältige Dienste erwiesen. Hinzu kam die geistliche Begleitung zahlreicher Widerstandskämpfer und Geiseln vor ihrer Erschießung. 1944 begleitete er deutsche Soldaten in alliierte Kriegsgefangenschaft, 1945 baute er das „Priesterseminar hinter Stacheldraht“ in Orleans und Chartres für kriegsgefangene deutsche Theologiestudenten auf, dessen Regens er war. Franz Stock starb am 24. Februar 1948 in Paris. In seinem vielfältigen Wirken hat Abbé Franz Stock in die von Krieg und Hass gezeichnete Situation die völkerversöhnende Liebe Gottes sichtbar gemacht und ein neues christliches Freundschaftsband zwischen Deutschland und Frankreich geknüpft.

Das Seligsprechungsverfahren

Eine Seligsprechung bedeutet für die katholische Kirche, dass eine verstorbene Person vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Jesus Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist, und deswegen von der Kirche eines Landes, eines Bistums oder einer bestimmten Gemeinschaft verehrt werden darf. Der Seligsprechung eines Mannes oder einer Frau kann eine Heiligsprechung folgen; dann darf die betreffende Person offiziell weltweit verehrt werden. Die Seligsprechung eines Menschen gründet in einer hohen Wertschätzung durch das Kirchenvolk.

Der Seligsprechung geht ein kirchliches Untersuchungsverfahren voraus, das vom Bischof einer Diözese eingeleitet wird. Im Seligsprechungsprozess muss die jeweilige Ortskirche Informationen über Leben und Sterben der Person sammeln und ein Wunder oder den Märtyrertod sowie Tugendhaftigkeit und den Ruf der Heiligkeit nachweisen. Danach leitet der Bischof die Akten der Vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen zu, die in einem eigenen Verfahren die Echtheit der Dokumente und Zeugenaussagen prüft, gegebenenfalls Gutachten über mögliche Wunder einholt und schließlich eine Empfehlung an den Papst ausspricht.

weitere Informationen: www.franz-stock.de/seligsprechung

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