Latest News

Soirée mit Augenzeugin Helga Walbaum „Franz Stock war mein Lehrer“

Soiree Franz StockIm Kaminzimmer des Neheimer Fresekenhofes veranstaltete das Franz-Stock-Komitee eine Soirée zum Gedenken an Franz Stock. Aus erster Hand erfuhren die zahlreichen Gäste von der in Paris wohnenden Frau Helga Walbaum viele, zum Teil erschütternde Details aus ihrem Leben als Flüchtling ab 1938 in Paris und später im Limousin.

Die katholische Familie flüchtete 1938 nach Paris, um den Anfeindungen seitens der Nazis zu entkommen. Aufgrund der Hitler’schen Rassengesetze war Eile geboten, da in der Familie von Frau Walbaums Vater jüdische Wurzeln lagen. Die erste Anlaufadresse der flüchtenden Familie in Paris war Franz Stock. Dieser kümmerte sich zunächst um alle notwendigen Schritte, damit die Familie in der unbekannten Stadt Fuß fassen konnte. Nach und nach wurde er ein Freund der Familie, der für sie z.B. den Schulbesuch der Tochter in die Wege leitete, den Urlaub organisierte und mit ihnen das Weihnachtsfest feierte. In besonderer Weise stand er der Familie bei, als die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt worden war und er dafür sorgte, dass Vater Walbaum nicht deportiert wurde. Über viele weitere Einzelheiten ihrer Kriegserfahrungen berichtete Frau Walbaum und stellte heraus, dass ihre Familie wie durch ein Wunder heil durch Krieg, Besatzung, Verfolgung und Staatenlosigkeit gekommen sei und nach Jahren des Bangens letztlich die französische Staatsangehörigkeit erhalten habe. Franz Stock habe in ihrer Erinnerung einen Ehrenplatz. Angesichts ihrer Erlebnisse sei es dringend geboten, dass sich heute jeder für den Erhalt des Friedens in der Welt einsetze.

Die Soiree wurde von Wenyi Xie und Vlora Gashi musikalisch umrahmt.

Im Anschluss an ihren Vortrag stand die Dauerausstellung „Frieden als Auftrag“ im Fresekenhof den Besuchern offen.

Weitere Bilder und Informationen unter www.franz-stock.de

Schreibe einen Kommentar