
Arnsberg. Im April und Mai 2026 haben die Arnsberger Ortsteile Müschede, Niedereimer und Wennigloh einen wichtigen Schritt im Dorf-Coaching-Prozess der Stadt Arnsberg abgeschlossen. In sogenannten Dorf-Werkstätten erarbeiteten rund 100 Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung und dem Dortmunder Planungsbüro STADTKINDER konkrete Ziele und Umsetzungsstrategien für die Zukunft ihrer Dorfgemeinschaften.
Den stärksten Zuspruch verzeichnete die Veranstaltung in Niedereimer am 27. April mit 45 Teilnehmenden. In Müschede kamen am 5. Mai rund 32 Personen zusammen, in Wennigloh waren es am 23. April 25 Bürgerinnen und Bürger. Klaus Fröhlich von der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung führte jeweils in den bisherigen Prozessverlauf ein. Anschließend moderierten Mitarbeitende des Büros STADTKINDER nach der Methode ‚World-Café‘ drei Diskussionsrunden zu den dringlichsten Herausforderungen vor Ort.
Trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen zeigten sich in allen drei Dörfern ähnliche Themen: Sowohl der Bedarf an ehrenamtlicher Unterstützung als auch die Notwendigkeit einer besseren Information über vorhandene Angebote beschäftigten die Teilnehmenden gleichermaßen. Als zentrales Problem wurde die Überalterung des Ehrenamts benannt – während ältere Generationen die Vereinsarbeit tragen, engagieren sich Jüngere und Neuzugezogene bislang kaum. Als Lösungsansätze wurden unter anderem die Modernisierung des Neubürger-Pakets, Dorf-Apps, digitale Schaukastenlösungen sowie analoge Formate für ältere Bevölkerungsgruppen diskutiert.

In Müschede standen neben dem Thema Ehrenamt vor allem die Zukunft des Pfarrheims als Gemeinschaftsinfrastruktur und die Raumversorgung für Jugendliche im Mittelpunkt. Als Leitprojekte wurden ein digitaler Schaukasten, die Modernisierung des Neubürger-Pakets sowie ein von der Stadt begleiteter Prozess zur künftigen Trägerschaft des Pfarrheims angestoßen. In Niedereimer lag der Fokus auf der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und dem Aufbau einer Willkommenskultur für Neubürgerinnen und Neubürger. Der Vereinsring mit seinem neuen Vorstand übernimmt dabei eine zentrale Koordinierungsrolle; zudem soll die Nachnutzung des Stephanushauses als Gemeinschaftsort vorangetrieben werden. In Wennigloh wurde der ortsansässige Sportverein als zentraler Akteur identifiziert: Er soll künftig Projekte koordinieren und das Sportangebot ausweiten. Besonders im Blick sind Angebote für Kinder und Jugendliche sowie eine geplante Multifunktionsfläche, für die eine LEADER-Förderung angestrebt wird.
Die Dorf-Werkstätten sind Bestandteil des Dorf-Coaching-Prozesses, der auf dem im Juni 2025 vom Stadtrat beschlossenen Dörferkonzept Arnsberg basiert. Gestartet worden war der Prozess mit einer Auftaktveranstaltung am 15. Januar 2026. Ziel ist die nachhaltige Entwicklung der ländlich geprägten Ortsteile unter dem Leitmotiv ‚Dorfgemeinschaften stärken – Zusammen Leben‘. Die drei Coaching-Prozesse laufen parallel, damit erfolgreiche Methoden auf weitere Ortsteile übertragen werden können.
‚Die aktive Beteiligung in allen drei Dörfern zeigt, wie groß das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der Zukunft ihrer Dörfer ist‘, resümiert Klaus Fröhlich von der Stabsstelle Nachhaltige Entwicklung. ‚Jetzt kommt es darauf an, die erarbeiteten Ideen in verbindliche Aktionspläne zu überführen und gemeinsam umzusetzen.‘ Das Dorf-Coaching ist zugleich ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie #arnsberg2030 und zu den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Weitere Informationen gibt es unter www.arnsberg.de/dorf-coaching.




