Symbolisches Artikelbild zur Ausstellung „Muttersein“ in der Stadtbibliothek Neheim mit Alltagsgegenständen, Textilien, Kinderzeichnung und Erinnerungsstücken.

Neheim. Die audiovisuelle Ausstellung ‚MUTTER*SEIN‘ wird am 31. August um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Neheim eröffnet. Die Installation des Teams um Eva-Maria Baumeister versammelt vielstimmige Erfahrungen von Frauen rund um das Muttersein – von Care-Arbeit und Erschöpfung über Glücksmomente bis hin zu Verlust und Trauer. Der Eintritt ist kostenlos, die Plätze für den Eröffnungsabend sind jedoch begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich.

Die Ausstellung erzählt akustisch, haptisch und visuell: Interviewausschnitte schallen aus dem Raum und aus ausgestellten Alltagsgegenständen. So berichtet etwa ein Knäuel aus Gummibändern davon, wie Mütter den Familienalltag zusammenhalten – ebenso wie das Gummiband die Brotdosen der Kinder. Einkaufszettel, Stundenpläne, Familienfotos und andere alltägliche wie außergewöhnliche Objekte bilden eine Sammlung, die das Banale, das Erschöpfende, das Glückliche und das Sinnvolle der Fürsorgearbeit sichtbar macht.

Den Auftakt des Eröffnungsabends gestaltet ein Chor, der das Muttersein in der Gesellschaft betrachtet, kommentiert und selbst zur Sammlung von Zuschreibungen, Beobachtungen und Erlebtem wird – mal zärtlich, mal kritisch und mit notwendigem Witz.

Altes Spielzeug erinnert an die eigene Kindheit oder die eigene Mutter. Eine Spritze, ein Stillhütchen und ein Wöchnerinnen-Slip sprechen von den körperlichen Strapazen rund um Geburt und Säuglingszeit. Ein Ovulationstest steht für den vergeblichen Versuch, schwanger zu werden. Auch schmerzliche Geschichten finden ihren Platz: Gegenstände stehen für den Verlust eines Kindes durch Fehlgeburt, Abtreibung oder frühen Kindstod. Die Sammlung enthält zudem intime Geschichten, wie den Uterus eines Trans*-Vaters, der seinen Sohn geboren und sein Organ anschließend ‚in den Ruhestand‘ in Formaldehyd geschickt hat. Das Zentrum der Ausstellung bildet das raumgreifende Textilobjekt ‚Die Mutter‘ von Theresa Mielich, hergestellt aus Strickröcken, gesammelt von einer kinderlosen Frau.

Wer am Chor mitwirken möchte, kann zum Kennenlern-Workshop am 27. August um 17 Uhr in den Bürgerbahnhof Arnsberg, Clemens August Straße 116, Raum Cafe im Erdgeschoss, kommen. Interessierte melden sich vorab per E-Mail an muttersein@posteo.de.

Die Ausstellung ist vom 31. August bis zum 5. September zu den regulären Öffnungszeiten der Stadtbibliothek Neheim kostenlos zu besichtigen. Für den Eröffnungsabend am 31. August um 19 Uhr ist eine Anmeldung erforderlich, da die Platzzahl begrenzt ist. Anmeldung und weitere Informationen unter www.arnsberg.de/gleichstellung.

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