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Betrug durch falschen Polizeianruf in Arnsberg

Am Mittwochabend wurde eine 70-jährige Frau aus Arnsberg Opfer eines Betruges. Die Täter gaben sich als Polizisten aus. Gegen 21 Uhr klingelte das Telefon bei der Dame. Auf dem Display erschien die Nummer 0 29 31 – 110. Ein Mann stellte sich am Telefon als Polizist vor und erklärte, dass die Handyauswertung einer rumänischen Einbrecherbande ergab, dass zwei Täter unterwegs zur Wohnanschrift der Frau wären und ein Einbruch unmittelbar bevorsteht.

Der Mann rief nun regelmäßig bei der Frau an, fragte nach ihrem Befinden, gab Anweisungen die Wohnung zu verschließen und erklärte, dass die Polizei das Haus verdeckt umstellt habe um die Täter festzunehmen. Gegen 00.45 Uhr meldete sich der Täter erneut. Er gab an einen Kollegen zur Haustür zu schicken. Diesem sollte sie sicherheitshalber die Wertgegenstände wie Bargeld und Schmuck aus dem Haus übergeben. Hierzu wurde ein Codewort vereinbart. Tatsächlich klingelte es kurz darauf an der Haustür und ein Mann sagte das vereinbarte Wort. Die Frau öffnete die Tür und übergab dem falschen Polizisten eine Tasche mit Schmuck und einem fünfstelligen Bargeldbetrag. Die Wertsachen sollten nach einer halben Stunde zurückgegeben werden. Nach einigen Stunden informierte die Frau die echte Polizei. Von der Beute und den Tätern fehlt bislang jede Spur.
Der Mann an der Haustür kann wie folgt beschrieben werden: Etwa 1,80 Meter groß; graue Wollmütze; Hornbrille; dunkle Kleidung Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und fragt: Wer hat in der Nacht zum Donnerstag gegen 00:45 Uhr verdächtige Feststellungen im Bereich des Kreisverkehr an der Klosterbrücke machen können? Hat möglicherweise ein fremdes, auswärtiges Fahrzeug in dem Bereich geparkt? Hinweise nimmt die Polizei in Arnsberg unter 02932 – 90 200 entgegen.

Leider sind immer wieder Betrüger unterwegs, die den Namen der Polizei für kriminelle Zwecke missbrauchen. Dabei nutzen sie gefälschte Dienstausweise, versenden raffiniert gefälschte E-Mails oder bieten überteuerte und nutzlose telefonische Einbruchschutzberatung. Die Betrüger haben es vor allem auf eines abgesehen – das Geld ihrer Opfer. Mit falschen Dienstausweisen beispielsweise gelangen die Kriminellen unter einem offiziellen Vorwand in die Wohnungen ihrer Opfer, um dort Schmuck und Bargeld zu stehlen oder fordern Bargeld unter den haarsträubendsten Begründungen.

In dem Arnsberger Fall handelt es sich um einen neuen Trick der Betrüger: Sie rufen ihre Opfer unter der Notrufnummer 110 an, um diese vor einem geplanten Diebstahl zu warnen. Die Bewohner erhalten den Tipp, das gesamte Bargeld im Haus zu sammeln, um es von einem Kriminalbeamten abholen und an einen „sicheren Ort“ bringen zu lassen. Selbstverständlich versprechen sie, das Geld zurückzubringen, wenn die Gefahr gebannt ist. Durch diese Vorgehensweise haben die Betrüger schon fünfstellige Summen erbeutet.

Mit diesen Tipps der Polizei können Sie sich vor Trickbetrügern schützen:

  • Lassen Sie Unbekannte vor Ihrer Wohnungstür: Sie sind grundsätzlich nicht verpflichtet, jemanden unangemeldet in Ihre Wohnung zu lassen.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten. Scheuen Sie sich auch nicht bei guten Freunden oder Angehörigen nachzufragen.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis. Auch die auf dem Display erscheinende Nummer 110 ist nicht sicher. Für Betrüger ist es ein geringer Aufwand die Telefonnummer als 110 erscheinen zu lassen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen.

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