
Arnsberg. Am 8. Juli weht auch in diesem Jahr am Verwaltungsstandort der Stadt Arnsberg an der Hellefelder Straße die Flagge des weltweiten Städtebündnisses ‚Mayors for Peace‘ – Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für den Frieden. Mit dem Hissen der Flagge setzt die Stadt erneut ein sichtbares Zeichen für ein friedliches Zusammenleben ohne Atomwaffen.
Der Aktionstag hat einen konkreten historischen Hintergrund: Vor genau 30 Jahren, am 8. Juli 1996, stellte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag in einem Rechtsgutachten fest, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Gleichzeitig bekräftigte das Gericht die völkerrechtliche Pflicht, ‚in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.‘
Doch die aktuelle Lage gibt Anlass zur Sorge: Atomwaffen spielen wieder eine stärkere Rolle in der internationalen Sicherheitspolitik, das nukleare Abrüstungsregime gilt als geschwächt. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI verfügen die neun Atommächte derzeit noch immer über insgesamt 12.187 Atomsprengköpfe. Die Friedensforscherinnen und -forscher warnen zudem vor einem neuen nuklearen Wettrüsten.
Bürgermeister Ralf Paul Bittner äußerte sich anlässlich des Flaggentags: ‚Der Weltfrieden ist fragil und war noch nie ein Selbstläufer. Er lebt von Dialog, Respekt und dem mutigen Einsatz für gemeinsame Lösungen in einer vernetzten Welt. Jede Entscheidung, die das Leben schützt und Brücken baut statt Mauern zu errichten, stärkt das Fundament unserer Gemeinschaften. In Zeiten globaler Krisen liegt die Verantwortung bei uns allen: für Rechtsstaatlichkeit, Menschlichkeit und ein dauerhaftes Engagement für das Wohlergehen aller Menschen.‘
Die ‚Mayors for Peace‘-Mitgliedsstädte hissen jedes Jahr am 8. Juli vor ihren Rathäusern die Friedensflagge, um ein gemeinsames Zeichen gegen nukleares Wettrüsten zu setzen und an das IGH-Rechtsgutachten von 1996 zu erinnern. Das Netzwerk steht unter der Präsidentschaft der japanischen Stadt Hiroshima.
Die Organisation ‚Mayors for Peace‘ wurde 1982 vom damaligen Bürgermeister Hiroshimas gegründet. Heute gehören ihr 8.579 Städte in 166 Ländern an, darunter 931 Städte in Deutschland. In diesem Jahr beteiligen sich rund 600 deutsche Städte am Flaggentag.




